Archiv für Juli 2010

sieben Wochen Tonga…

Freitag, 23. Juli 2010

Sieben Wochen Tonga, für meine Freunde unvorstellbar lang…
Von dem Augenblick an, als ich aus dem Flugzeug steige, fühle ich mich wohl und dieses Gefühl begleitet mich. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit im Hostel habe ich eine Beschäftigung gefunden, wo ich im Austausch gegen Bett und Essen beim Umzug einer Lodge mithelfen kann.

Für mich eine absolut spannende Zeit, denn die Tonganer haben zwar Autos, Internet und Handy, aber irgendwie leben sie arbeitsmäßig noch im 19. Jahrhundert. Auf der Baustelle wird mit einfachstem Werkzeug gearbeitet und von einem Tag zum anderen ist kein großer Fortschritt zu erkennen, obwohl ein großer Bautrupp vierzehn Stunden pro Tag beschäftigt ist.

Die zweite Hälfte meines Aufenthaltes verbringe ich auf den Vava?u Inseln und hier wird das Leben von den Seglern aus aller Welt beeinflusst. Schnittige Boote liegen vor Anker, der geschützte Hafen ist ein Paradies für Segelfreunde. Hier finden Abenteurer Mitsegelgelegenheit durch die Südsee, junge Familien wohnen auf ihren Yachten, ihre Kinder werden auf dem Boot unterrichtet.
Neun Tage verbringe ich auf einer winzigen Insel, wo ich Wasser mit einer Dose aus dem Regenwassertank schöpfe zum Wäsche- und Haarewaschen. Jederzeit kann ich mit dem Kajak hinaus paddeln, die Gewässer zwischen den Inseln sind ruhig und ein Paradies zum Schnorcheln.

Zum Abendessen gibt es frischen Fisch, der von einem der jungen Männer mit dem Speer erlegt wurde.
Am Sonntag wird der Umu, der traditionelle Erdofen, angeheizt und mit verschiedenen Speisen gefüllt. Nach dem Besuch des Gottesdienstes wird dann der Umu geöffnet und die gegarten Gerichte zum Lunch verzehrt. Welch ein Unterschied zu unserem hektischen Leben in der westlichen Welt.

Zurück in Neiafu treffe ich lauter Bekannte, die Tage fließen vorüber mit Nichtstun und dennoch sind sie ausgefüllt mit interessanten Gesprächen und Begegnungen. Hier werden im Radio Stellen angeboten und Spielkameraden für die Kinder gesucht. Wehmütig denke ich an meinen Abschied, der unaufhaltsam näher rückt.
Letzte Tage in Tongatapu, ich verbringe einen Tag in der jetzt fertigen Heilala-Lodge. Ein wunderbarer Platz zum Entspannen und um sich verwöhnen zu lassen. Hier sehe ich nun die Wale, die mir in Vava?u nicht begegnet sind. (Dreihundert Pa?anga für einen Tag, um evtl. mit Walen zu schwimmen, war mir einfach zu teuer). Hier springen sie nun direkt hinter dem Riff aus dem Wasser, winken mir mit der riesigen Fluke zu, bevor sie wieder im Meer verschwinden.

Dankbar schaue ich zurück auf erlebnisreiche Wochen mit lieben, weltoffenen und lebensfrohen Menschen aus aller Welt, strahlendem Sonnenschein, Bootsausflügen und willkommen heißende Gastfreundschaft.

sailingrefuge_harbour