Archiv für November 2010

Liebe und Partnerschaft ?

Donnerstag, 25. November 2010

… was ist aus Malte geworden?

Etliche Leser meines Buches ?Tausche Luxus gegen Rucksack? haben sich erkundigt, was aus Malte geworden ist, ob es ein Wiedersehen gab.

Nachdem wir im letzten Jahr eine harmonische Zeit miteinander hatten, gab es auf meiner zweiten Reise um die Welt ein Wiedersehen in Australien. Ich hatte gehofft, dass Malte den Mut hat, sein Herz für mich zu öffnen, dass wir uns emotional näher kommen. Vielleicht habe ich ihn mit meiner Hoffnung überfordert, unsere gemeinsamen Wochen waren jedenfalls vom ersten Tag an von Missverständnissen geprägt.

Es gibt Menschen, die kann man von Herzen lieben, aber nie mit ihnen glücklich werden. Wir Frauen bilden uns ja gern ein, dass wir helfen können, wenn ?mann? uns nur lässt. Ich habe mir gewünscht, bedingungslos zu lieben und mit Malte hätte ich es vielleicht lernen können, aber ich habe erkannt, dass es mir nicht gelingt, weil er sein Herz in eine Festung verwandelt hat. Schon während unserer gemeinsamen Reise fühlte ich eine tiefe Verbundenheit zu ihm, die dann leider von meinen eigenen Ängsten und Verletzungen überschattet wurde. Sehr traurig habe ich Abschied genommen, denn ich spüre hinter seiner kühlen, unnahbaren Fassade einen sensiblen, feinfühligen und liebenswerten Mann.

Viele Menschen sind so vertraut mit ihrer Opferrolle, dass sie nicht glauben, dass sie aus diesem Muster aussteigen können. Malte hat durch seine negativen Erfahrungen in der Kindheit den Glauben, das Vertrauen an die Liebe und das Gute im Menschen nicht kennen gelernt.

Nach unserer Trennung habe ich mich von meinen Illusionen verabschiedet. Und wie das Leben so spielt ? als ich nach langer Zeit wieder einmal mein Buch ?Wu Wei? in die Hand nehme, fällt mir die Karte meiner Freundin entgegen, ein Engel und das Thema ist ?Loslassen von Illusionen?.
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Ich wünsche Malte aus tiefstem Herzen viel Glück auf seinem Weg – er wird immer einen Platz in meinem Herzen haben und ich bin dankbar für alles, was ich durch ihn und mit ihm lernen durfte.
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Dazu einige Sätze aus oben zitiertem Buch: ?Wu Wei? von Theo Fischer:

?In der Mutterliebe liegt die Wurzel für viel Leid in der Welt verborgen. Ihr Fehlen, bzw. ihre Zweckbezogenheit sind die tiefe Ursache der heutigen Abspaltung des Menschen von sich selbst, seiner Unfähigkeit, sich seinen Gefühlen zu stellen. Das Verhalten der Mutter entscheidet fast ausschließlich über die seelische Gesundheit und Liebesfähigkeit des heranwachsenden Menschen.
Im Verlauf der frühkindlichen Erziehung wird mit dem Medium Zuneigung ein gehöriger Terror auf das Kind ausgeübt. Verhält es sich gemäß den elterlichen Vorstellungen, empfängt es Liebe, während ihm Liebesentzug droht, wenn es sich nach seinen eigenen inneren Regungen verhält. So wird der junge Mensch ganz früh schon konditioniert.
Er lernt, dass er Liebe empfängt, wenn er sich anpasst, sich unterordnet. Unbewusst wächst dabei ein Selbsthass für diese Unterordnung unter die Bedingungen der Mutter, die nur dann Liebe liefert, wenn das Kind sein Verhalten den mütterlichen Wünschen anpasst.
Wir fühlen Wut über unsere Hilflosigkeit und Abhängigkeit und statt uns zu dieser Hilflosigkeit zu bekennen, sie in ihrer vollen Wahrheit zu akzeptieren, sind wir auf der Flucht vor dieser Erkenntnis, die ein Eingeständnis unserer Schwäche und Unfähigkeit wäre.
Dabei ist es gerade dieser Zustand des Annehmens der Hilflosigkeit, in dem Menschen in Lebenskrisen aufgehört haben zu kämpfen im Bewusstsein ihrer Ohnmacht, wo dann urplötzlich mit Gewalt die Wende eintrat. Wenn der Mensch bereit ist, sein Unvermögen anzunehmen, statt sich in ewiger Kraftmeierei zu ergehen.?

Zitat das dem Buch ?Wu Wei?

Lebensqualität…

Montag, 15. November 2010

Schon auf Hawaii berührte mich der Begriff ?down to Earth? und seit meiner Ankunft in Neuseeland werde ich wieder damit konfrontiert.
Die ersten zwölf Tage lebe ich in einem Gartenhaus auf Waiheke Island, längst nicht so luxuriös wie in Sydney ? aber meine Bedürfnisse sind gedeckt und ich bin glücklich.
gartenhaus_waiheke
Hier begegnen mir Menschen, die längst ?down to earth? leben. In großen Tanks wird Regenwasser für den täglichen Bedarf aufgefangen, rund ums Haus stehen Obstbäume und im Garten wächst das Gemüse für den eigenen Bedarf. Die lecker eingelegten Oliven wurden von der Familie selbst geerntet und der erste Versuch, aus Trauben köstlichen Schnaps zu brennen, ist gelungen.

Mein nächster Besuch gilt Martin, der seit Kurzem hoch auf dem Hügel im Honeymoon Valley lebt. Das Haus ist eine schlichte Scheune, zum Wohnhaus ausgebaut, umgeben von Sträuchern, in denen Tui-Vögel und Bienen Nektar suchen und wundervoll singen und summen.
honeymoon_valley
Das Wasser in den Bächen ist so klar, dass Martin dort sein Trinkwasser holt, für alles andere wird Regenwasser aufgefangen. Solarzellen produzieren ausreichend Elektrizität für den Hausgebrauch, abends befeuern wir einen Herd, auf dem wir kochen und der gleichzeitig das Duschwasser erwärmt.
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Martin verbrennt wilden Ginster, der einst von Schotten als Zaunersatz angepflanzt wurde und sich in dem milden Klima zu einer überwuchernden Plage entwickelt hat. Er bekämpft ihn, indem er ihn abholzt und durch Verbrennen Wärme zum Kochen und Warmwasser erzeugt.

Nicht abgelenkt durch Fernseher, Kino, Kneipen ect. ergeben sich interessante philosophische Gespräche über den Sinn unseres Daseins.

Was macht uns glücklich? Seit Beginn meiner zweiten Weltreise begegnen mir Menschen, die ein selbstbestimmtes Leben in der Natur bereits in die Realität umgesetzt haben. Sie haben erkannt, dass das Streben nach materiellen Dingen zu viel Zeit bindet und die ersehnte Erfüllung dadurch nicht erlangt wird. Wir sind uns einig, dass wir uns glücklich schätzen, diesen Reichtum der Natur mit allen Sinnen in uns aufzunehmen. Der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel lässt uns andächtig schweigen.

Am Ende unseres Lebens ist völlig unwichtig, wie viele Güter wir besessen haben, sondern es zählt, wie erfüllt und voller Liebe unser Leben war.
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