Glück

Glück

Was ist Glück? Sicher kein immerwährender, dauerhafter Zustand.

Was macht uns glücklich? Wenn wir uns diese Frage stellen, hat wohl jeder zunächst einmal eine andere Antwort darauf.

Oft verwechseln wir Glück und Zufriedenheit. Wobei ich glaube, dass Zufriedenheit und Dankbarkeit der Schlüssel zum Glück sind.

Wenn wir Kinder beobachten, sehen wir leuchtende Augen, wenn diese in ihrem Spiel vertieft sind. Wenn sie etwas mit ihren Händen geschaffen haben. Sie sind stolz, wenn sie etwas ganz allein geschafft haben. Sie freuen sich über Anerkennung und lobende Worte und strahlen uns an.

In unserer Leistungsgesellschaft werden wir dazu erzogen, dass es wichtig ist, zu den Besten zu gehören. Es kann aber nicht jeder der Beste sein. Was passiert mit den Menschenkindern, die nicht eigene Lernerfolge vorweisen können, sondern auf Hilfe von anderen angewiesen sind? Fallen diese automatisch durch ein Raster.... nicht zu gebrauchen? Haben diese Menschen einfach nur Pech?

Ständig werden wir dazu aufgefordert, schneller und besser zu sein als die Anderen. Uns wird suggeriert, dass nur die Besten wirklich gut sind. Aber haben wir nicht alle besondere Gaben? Gaben, die einer speziellen Förderung bedürfen?

Jeder Mensch ist an seinem Platz wichtig und wir sind aufgefordert, diese Einzigartigkeit in jedem Mitmenschen zu sehen und zu schätzen.

Bei Wettkämpfen werden die ersten Drei bejubelt, die anderen kaum noch erwähnt. Haben diese nicht genauso viel Schweiß vergossen bei der Vorbereitung der Wettspiele? Diese Höchstleistungen werden oft erbracht in verbissenem Kampf und schlimmstenfalls unter dem Einfluss von Dopingmitteln.

Macht uns das glücklich? Verwechseln wir da nicht die Ausschüttung von Adrenalin mit einem Glücksgefühl?

Wir lernen schon zeitig, dass man viel Geld im Fußball- oder Rennsport verdienen kann, wenn man zu den Besten gehört. Ist es moralisch vertretbar, dass diese Spieler zu Stars hochgejubelt werden, nur deshalb, weil sie den Ball besonders gut kicken können oder waghalsig mit teuren Wagen um die Kurven rasen?

Menschen, die sich im sozialen Bereich einsetzen, die sich mit viel Liebe und Zeitaufwand um sozial schwache Mitbürger kümmern, finden sich am unteren Ende der Gehaltslisten – ohne viel Lob und Anerkennung. Wird es nicht allmählich Zeit, dass wir uns in unserer Gesellschaft einmal intensiv mit diesen Gedanken auseinander setzen? Dass wir den Menschen nach seinem Menschsein beurteilen und nicht nach seinem Einkommen?

Glück ist nicht messbar an der Höhe des Einkommens oder Besitzes.

Vielleicht sollten wir die Welt einmal mit den Augen der Kinder betrachten? Eine Regenpfütze, in der sich der Himmel spiegelt, bunte Luftballons, die höher und höher in die Luft steigen, eine Biene, die eifrig von einer Blüte zur nächsten summt, eine Blume, die in der Sonne leuchtet – all das bringt Kinderaugen zum Strahlen. Und nicht nur für diesen Augenblick, sondern immer wieder aufs Neue.

Sie spielen aus Lust, selbstvergessen und in dem Augenblick versunken. Für sie ist die Welt perfekt in diesem Moment.

Das ist Glück.

Wie wunderbar ist es, wenn wir morgens wach werden von dem Gezwitscher der Vogelstimmen? Wenn uns bewusst wird, dass wir gesunde Ohren haben, um diesem Gesang zu lauschen?

Wie wunderbar, wenn wir schmerzfrei aus dem Schlaf aufwachen und mit sehenden Augen durch das Leben gehen.

Wie wundervoll, die wärmende Sonne nach einem langen Winter auf der Haut zu spüren, die ersten zarten grünen Triebe im Garten zu entdecken? Das ist für mich Glück.

Jedes Jahr erleben wir wieder, wie die Natur zum Leben erwacht, ihre volle Pracht entwickelt. Empfinden wir dieses Wunder als selbstverständlich?  Oder erleben wir bei dem Gedanken ein tiefes Glücksgefühl? Und welch wunderbares Glück, Freunde und Verwandte zu haben, die unser Erleben mit uns teilen, die sich neidlos mit uns freuen können.

Glück ist kein dauerhafter Zustand, sondern eine Reihe von wundervollen Momenten. Und der Spruch ‚Jeder ist seines Glückes Schmied’ hat seine tiefe Bedeutung.

Für jeden Menschen heißt Glück etwas anderes und jeder Einzelne definiert Glück nach seinen Erfahrungen und Erlebnissen.

Darum spürt hin, was Euch glücklich macht und lernt von Euren Kindern.